Mittwoch, 5. Dezember 2007

November

Der November war dann vor allem durch lange Lernsessions geprägt. Trotzdem haben wir uns auch öfter wieder mal zum Essen getroffen und Film geschaut. An diesem Abend etwa haben wir uns noch den 2. und 3. Teil der norwegischen Filmreihe "Elling" angesehen, was auch ganz witzig war, da die Filme auch in Oslo spielen. Im Amatören hat es (wie immer :) auch wieder einige gute Filme gespielt, wie etwa Frida (über Frida Kahlo mit Salma Hayek), Eternal sunshine of a spotless mind (mit Jim Carrey) und natürlich den trashigen norwegischen 80er-Jahre Kultfilm "Döden par Oslo S" (eine Art Knickerkockerbande-Film in dem 2 Teenager einen Mordfall aufklären). Im Erasmus-Kino auf der Uni wurde der angeblich beste norwegische Horrorfilm ever, nämlich "Cold Prey", gezeigt (eine Art "Ich weiß was du letzten Sommer getan hast" auf norwegisch), der ziemlich mies und berechenbar, aber dafür umso witziger war (4 Jugendliche suchen Unterschlupf in einer verlassenen Berghütte; irgendein kranker Psychokiller der dort zufällig im Keller wohnt schlachtet sie ohne ersichtlichen Grund der Reihe nach ab :).


Am 16. November haben wir dann im Stockwerk das erste (und auch letzte) Mal eine Stockwerksparty veranstaltet, welche echt sehr witzig war. Claas hat mehrere feine Dips vorbereitet, wie man hier auf dem Bild sieht (Salsa, Guacamole, Zwiebel-Tomaten Aufstrich, Humus,...) (leider sind dann irgendwann mal die Tortilla Chips ausgegangen...:)


Naja, leider habe ich von der Party gar keine Fotos gemacht, aber so hat die Küche 10 Stunden später ausgesehen....


...und so der Gang. Möge sich jeder hier selber eine lustige Party vorstellen :) (Der Stuhl im Hintergrund war übrigens vor der Party noch nicht da und steht jetzt aber immer noch dort rum) Das hat mich auch wieder an die guten alten ASH-Heimfeste erinnert, die aber wohl trotzdem unerreicht bleiben...
Das Museum war von einer riesigen Parkanlage umgeben, und wenn ich mich nicht irre haben sich hier auch die "Menschenzoos" befunden, in welchen während der Kolonialzeit Afrikaner wie Tiere in einem Zoo eingesperrt wurden, um den Besuchern die afrikanische Lebensweise zu präsentieren.


Dann ging es nach 3 Tagen wieder ab nach Wien bzw. Oslo. Lustigerweise sind unsere beiden Flieger am riesigen Flughafen von benachbarten Gates weggeflogen, und noch dazu fast gleichzeitig. Nichtsahnend bin in dann in das Flugzeug eingestiegen um wieder nach Oslo zurückzufliegen, als mir dann bei der Gepäcksausgabe einige der Fluggäste meines Fluges ziemlich bekannt vorgekommen sind....


....und es handelte sich dabei um niemand geringeren als ARCADE FIRE, die gerade von ihrem Konzert in Brüssel, wo sie am Vorabend gespielt haben, zum nächsten Konzert nach Oslo geflogen sind!!! Da musste natürlich sofort ein Foto mit dem Sänger her, obwohl unsere Unterhaltung nicht wirklich in die Tiefe gegangen ist....zum Abschluss meinte er dann noch: "See you at the show tomorrow"...


...und diese war echt ziemlich beeindruckend. Mit 9 Leuten auf der Bühne, die auch öfters ihre Instrumente getauscht haben, hat sich so ein ziemlicher "Wall of Sound" aufgebaut welcher alle Zuschauer mitgerissen hat. Zwar war die Karte doppelt so teuer wie für das Konzert in Wien (wo die Band dann eine Woche später aufgetreten ist), aber dafür war das Publikum in Oslo viel enthusiastischer als das träge Wiener Publikum (wie auch Michi gemeint hat), aber das ist ja auch nichts neues :) Das war wohl neben Nine Inch Nails im März mein Konzert des Jahres....obwohl ja am Freitag auch noch Motorpsycho spielen :) Mangels Fotos vom Konzert sieht man mich hier ganz happy mit der Eintrittskarte.
Hier haben sich auch ein paar Bäume inmitten der Büroklötze verirrt.


Ist das hier der Euro, der symbolisch den Dollar niederringt? Man weiß es nicht...


Gleich beim Europäischen Parlament befindet sich das "Maison Antoine", einer der angesagtestes Pommesbuden der Stadt, wo sich vielleicht auch EU-Abgeordnete ihren Mittagssnack holen :) Wie das Foto zeigt ist der Andrang immer recht groß (mussten 45 Minuten warten), aber wenn auch Einheimische hier essen, ist das immer ein gutes Zeichen für die Qualität des Essens.


Das wäre wohl eine typische Seitengasse in Brüssel (oder auch Paris). Da fast alle Leute in Brüssel französisch sprechen kommt es einem so vor, als wäre man eher in Frankreich als in Belgien. Obwohl dann Straßenbahnstationen wie der "Jacques Brel Place" oder das Abspielen von "Not an Addict" von K's Choice in der U-Bahn Haltestelle eher schon auf Belgien schließen lassen :)


Anschließend sind wir mit der Straßenbahn zum belgischen Kolonialmuseum gefahren, welches sich außerhalb der Stadt befindet. Zu Bestaunen gab es afrikanische Artefakte aus der belgischen Kolonialzeit, v.a. aus dem Gebiet des Kongo. Das Museum exisitert schon seit mehr als 100 Jahren und diente schon damals bei seiner Gründung dazu, den Europäern Afrika näherzubringen (obwohl die Darstellung damals wohl eher stark eurozentrisch geprägt war).
Lustigerweise gab es in Brüssel auch ein "Zenith", nur ist das wohl um einiges besser besucht als unser "Zenith" in Kringsja :)


Hier ein Eindruck von den moderneren Bürogebäuden entlang der "Botanique"-Straße, welche gleich bei unserem Hostel war. Dieses war recht zentral gelegen und wir brauchten nur rund 5 Minuten zu Fuß um in die Innenstadt zu gelangen.


Am Freitag ging es dann im Eiltempo.....


....zum Europäischen Parlament, durch welches wir gerne eine Führung gemacht hätten. Natürlich wurden aufgrund der Feiertage keine Führungen durchgeführt.


Dafür konnte man das riesige Gebäude auch von außen erkunden und sich so eine Vorstellung von der Größe dieses ganzen Komplexes machen.
Was sollte man denn alles gemacht haben, wenn man in Brüssel war....

....Waffeln mit den verschiedensten Toppings essen.....


....Pommes Frites mit Mayo essen (am besten bei den "Sultans of Kebab", der Imbissbude die uns die Pommes hier auf dem Foto gesponsert hat :) ....


....Fruchtbier in den verschiedensten Geschmacksrichtungen (Erdbeer, Kirsche, Apfel) trinken....


....in sämtliche Chocolateries in der Innenstadt gehen, um dort überall Gratis-Kostproben zu bekommen :) .......


....und sich auch ins Nachtleben stürzen, wie hier im Cafe Delirium, wo verschiedene Bands die ganze Nacht über gespielt und auch miteinander gejammt haben. Was mich natürlich sehr gefreut hat, waren die "normalen" Preise in Brüssel (d.h., 3 Euro statt 6,50 Euro pro Bier :)
Brüssel mit Zsuzsi (31.10.-3.11.)

Über Allerheiligen/ Allerseelen war ich mit meiner Zsuzsi für 3 Tage in Brüssel (obwohl diese Feiertage komischerweise in Norwegen gar nicht frei sind; generell gibt es hier kaum offizielle Feiertage). Sie ist von Wien und ich von Oslo nach Brüssel geflogen, da es viel teurer gewesen wäre wenn sie einen Flug von Wien nach Oslo gebucht hätte. Was macht man also, wenn man für nur 2 ganze Tage in Brüssel ist......


...natürlich trotzdem Sightseeing, wenn auch nur die bekanntesten Sachen. Das hier ist am Grand Place in der Innenstadt...


...immer noch der Grand Place. Irgendwie erinnert mich die Stadt an Wien, es ist irgendwie eine Mischung aus alten Bauten einerseits und neueren Wolkenkratzern und modernen Bürogebäuden andererseits. Ich war ja eigentlich schon mal vor ein paar Jahren hier, also war es ganz nett wieder einmal alte Erinnerungen aufzufrischen.


Der obligatorische Besuch beim Manneken Pis, einem der Wahrzeichen der Stadt und auch Ausdruck einer sehr eigenen Vorstellung von Humor....


...so gab es in unserem Hostelzimmer anstatt einer Lampe nur so einen Leuchtwürfel....Die spinnen, die Belgier :)
Ende Oktober

Da mein letztes Update ganze 1 1/2 Monate her ist, ist es nun wieder längst an der Zeit ein paar Zeilen zu schreiben. Das verspätete Update ist auf meine Prüfungen zurückzuführen, die alle 3 innerhalb der letzten Novemberwoche stattgefunden haben; nun habe ich aber wieder etwas Zeit für solch wichtige Sachen wie mein vernachlässigtes Onlinetagebuch :)


In den letzten Oktobertagen habe ich mit Rene einen Ausflug zum Weihnachtsdorf gemacht, welches außerhalb der Stadt liegt (eine Stunde mit dem Bus vom Zentrum aus). Dieses besteht aus mehreren kleinen Häuschen, in welchen man selbstgemachte Spezilitäten (Apfelmost, verschiedene Wurstsorten), Schokolade (mein Favorit) und auch selbstgeblasene Glasprodukte kaufen kann.


Wie man hier sieht ist das ganze Dorf recht idyllisch und ideal um diverse Weihnachtseinkäufe zu erledigen. Trotzdem befindet sich mittendrin auch ein riesiges 3-stöckiges Einkaufszentrum :) (in dem übrigens auch Tyril, meine norwegische Mitbewohnerin im Heim, arbeitet)


Wenn das ganze Dorf in Schnee gehüllt ist, sieht es wahrscheinlich noch besser aus. Ende Oktober war es wie man sieht recht ausgestorben.



Das hier sind Caroline und Magrethe, die beide in unterschiedlichen Kursen von mir gewesen sind. Komischerweise habe ich sie noch nie zusammen gesehen, aber sie haben sich anscheinend öfter über mich unterhalten und wollten unbedingt mit mir essen gehen, woraufhin wir dann in ein billiges pakistanisches Lokal gegangen sind. Nachher gabs dann bei Magrethe selbstgemachte Crepes mit einigen französischen Spezialzutaten, was recht lecker war. Somit hat sich für mich nicht das Voruteil bestätigt, dass NorwegerInnen kalt und verschlossen sind. Generell waren die meisten Einheimischen die ich getroffen habe sehr nett und auch an sozialen Kontakten interessiert. Naja, vielleicht habe ich ja auch einfach nur Glück gehabt....:)